wollie kaiser

HINWEIS: mp3-Hörbeispiele + (weitere) Fotos findet ihr auf der 2.Wollie-Kaiser-Seite
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Die folgenden vier Programme /
Formationen werden angeboten:

I. LITHIUM 3
A New Way Into Nirvana

II. BLOWIN’ UP STONES
Neue Kleider für Jagger / Richards

III. FUGA DEL DIAVOLO
die audiovisuelle Boshaftigkeits-Revue ... nach Wilhelm Busch

IV. COMPOSERS UNITED ENSEMBLE


I.

LITHIUM 3

A NEW WAY INTO NIRVANA

lj-wollie

wollie kaiser
reeds + rezitationen

lj-martell

martell beigang
drums

lj-dieter

dieter manderscheid
bass

”jazz is not dead - it just smells funny”

rund 30 Jahre nach Frank Zappas berühmtem Ausspruch treten Wollie Kaiser, Martell Beigang und Dieter Manderscheid den Beweis an, daß lediglich die erste Hälfte dieser Aussage auch heute noch der Wahrheit entspricht

- jazzmusiker spielen nirvana songs -

kurt cobain swingt - grunge als kammermusik - jazzimprovisationen über holzfällerhemden -
live-rezitationen von wörtlich ins deutsche übersetzten song-texten ...

Neue Düfte entstehen durch neue Mixturen auf der Basis längst vergessen geglaubter Elemente.
Nur Mut! Die Reise ins Nirvana wird aufregend, abenteuerlich und riskant sein.

Sorry, Mr. Zappa - but this music smells GREAT !

Schreibfeder05
Lit3-Neu-Bandfoto.

LITHIUM 3

  Pressestimmen (Auszug)

Eine Nirvana-Lehrstunde

News05

JAZZ MIR DEN GRUNGE: EIN SPITZENABEND BEI DER SAARBRÜCKER SOMMERMUSIK MIT WOLLIE KAISER

Saarbrücken. Im Herbst 1991 machten Nirvana mit ihrem Song “Smells like teen spirit” Furore. Für die Jugendlichen jener Tage mag das ein ähnlich einschneidendes Erlebnis gewesen sein wie für frühere Generationen Elvis’ “Heartbreak Hotel”. Nur waren Nirvana mit ihrem Pessimismus eben weniger massenkompatibel. Daß letzterer namentlich bei Sänger, Songschreiber und Gitarrist Kurt Cobain mehr als nur eine Attitüde war, unterstrich dessen Selbstmord kaum eineinhalb Jahre später.
Schön, wenn sich heute auch Jazzmusiker des Nirvana-Grunges annehmen. Wie nun Wollie Kaiser im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik. Schade nur, daß der nach einem Nirvana-Song “Lithium 3” getaufte Abend wegen unsicherer Wetterlage nicht im Bürgerpark-Rondell, sondern im Theater im Viertel lief. - Vor zahlreichen Zuhörern.
Anders als bei Experimental-Jazzern gemeinhin üblich, blieb im kammermusikalischen Grunge von Kaiser und Co. viel von der ursprünglichen Substanz der Songs erhalten. Die Suggestivkraft der Nirvana-Schöpfungen, die nicht zuletzt auf monotonen Wiederholungen bohrender Riffs beruht, blieb präsent. Ja, die plastische Interpretation offenbarte sogar, daß die Nirvana-Motive vielfältiger sind, als man gemeinhin glaubt.
Indem Kaiser - freilich nicht ohne eine kräftige Dosis Ironie - auch noch die oft wirren Songtexte in deutscher Übersetzung rezitierte, wuchs das Konzert beinahe zur Nirvana-Lehrstunde. Keinesfalls zu kurz kam aber der Jazz. Ob mit Saxophonen, Flöte oder Bassklarinette - Kaiser ließ die Funken stieben, wie wir’s von ihm seit seinen Anfängen bei der
Kölner Saxophon Mafia gewohnt sind. Davon gibt’s bei uns zukünftig wohl noch mehr zu hören, denn Kaiser wohnt seit kurzem in Saarbrücken. Kongeniale Partner beim Nirvana-Special waren Kontrabassist Dieter Manderscheid und Schlagzeuger Martell Beigang, die einerseits samtpfötig begleiteten, aber auch zahlreiche Soloeinlagen beisteuerten, die es weder an Virtuosität noch an Emotionalität fehlen ließen.
Riesenapplaus, Zugaben.

Stefan Uhrmacher - Saarbrücker Zeitung


II.

BLOWIN’ UP STONES

NEUE KLEIDER FÜR JAGGER / RICHARDS

BlowinUpStones03

Fotos: Astrid Blaes

wollie kaiser
saxophone, klarinetten, flöten, sampling, arrangements

elodie brochier
gesang

hartmut oßwald
saxophone, klarinetten

charlsy haller
saxophone, klarinetten

udo lovisa
saxophone, klarinetten

karl-heinz zuschlag
saxophone, klarinetten

KAMMERMUSIKALISCH-JAZZIG-ROCKIGE NEU-INTERPRETATIONEN
DER
SONGS VON MICK JAGGER UND KEITH RICHARDS

DIE MUSIK DER ROLLING STONES, WIE SIE MIT SICHERHEIT
NOCH
NIE GEHÖRT WURDE

FÜNF SAXOPHONISTEN + EINE SÄNGERIN ENTFÜHREN DIE LIEDER
DER
LEGENDÄREN ROCK-BAND IN VÖLLIG NEUE GEFILDE

ROLLING STONES GO KAMMERMUSIK ...

... ODER IST ES DOCH "ONLY ROCKN ROLL" ?!!!

elodie.frankfurt
Schreibfeder05

BLOWIN’ UP STONES

  Pressestimmen (Auszug)

Eine Frage der Haltung

News05

BEIM 36. DEUTSCHEN JAZZFESTIVAL: HOMMAGE- UND TRIBUTE-PROJEKTE
SOWIE
EINE ANTWORT AUF DIE FRAGE NACH DEM ALTER DES UNIVERSUMS

... weitere Hommage-Projekte glückten ähnlich spektakulär wie Ribots. Nämlich Wollie Kaisers BLOWIN UP STONES.
Es unterzieht Jagger-Richards-Songs einer Serie von außergewöhnlichen Härtetests, von denen die Besetzung – eine Sängerin, fünf Herren mit Blasinstrumenten – einer der härtesten ist. Mühelos zeigt Kaiser als Arrangeur und Instrumentalist, daß er im Vergleich zu den Stones der subtilere, variablere Musiker ist, der aber bei aller Ironie nicht verleugnen muß, daß "It’s all over now" und "Street Fighting Man" und wie sie alle heißen einfach klasse waren.
Wahrscheinlich wäre dieses Gewimmel unterschiedlicher Haltungen nicht so konsistent umsetzbar gewesen, wenn da nicht die ungemein bühnenpräsente Sängerin, Turnerin, Puppenspielerin, Tänzerin und was nicht noch alles Elodie Brochier gewesen wäre, sicht- und hörbar und dennoch ein Stück weit unbeschreiblich.
Darum: Elodie Brochier: merken! ...

Hans-Jürgen Linke – Frankfurter Rundschau / 11. Oktober 2005

Jazz und Amen

" ... und mit ‘Re-Kompositionen‘ von Rolling-Stones-Titeln durch den Kölner Saxophonmafioso Wollie Kaiser wurde der Anspruch auf die ‘Neuerfindung des Vertrauten‘ mit vielen historischen Sollbruchstellen immer herrlich weit weg vom Original eingelöst.
(...) Bei Wollie Kaisers Stones-Adaptionen aß das Auge gewissermaßen mit. Die schmächtige Sängerin Elodie Brochier mimte zu den strawinskyesk ausgedünnten Harmonien der Rockklassiker eine bezaubernde Seeräuberjenny im weißen Kleingetigerten. Kaisers neue Kleider aus der Kleidersammlung des Jazz für die mittlerweile zu Tode geschundenen Gassenhauer des Rock verpaßten der grotesken Bühnenshow ein durchweg neoklassizistisches Flair, so daß einem wunderbar fröstelte und man sich am Ende vielleicht selbst nicht mehr wiedererkannte."

Achim Heidenreich – Frankfurter Allgemeine Zeitung / 12. Oktober 2005

TRIER. Radikal neue Arrangements für Hits von den Rolling Stones brachten Saxophonist Wollie Kaiser und seine Band BLOWIN’ UP STONES im kleinen Saal der Tufa zu Gehör. Saxophone, Klarinetten, Flöte und die Stimme einer Sängerin sorgten für einen originellen jazzigen Sound.
“Man kann aus allem etwas machen, und die Stones haben ja auch ein paar schöne Lieder geschrieben“, meint Wollie Kaiser, Dozent an der Folkwang Schule Essen und im Jazzstudiengang der Musikhochschule Saarbrücken. Er hat sich, zusammen mit vier anderen Saxophonisten und einer Sängerin, die Musik der legendären Band vorgeknöpft, um ein Cover-Konzert der etwas anderen Art auf die Bühne zu bringen. Das beginnt mit zunächst ungeordnet anmutenden Saxophonklängen, aus denen sich nach und nach Versatzstücke einer Melodie schälen. Kaum ist sie jedoch als “You can’t always get what you want” identifiziert, löst sie sich auch schon wieder auf.
Spiel mit klanglicher Verfremdung
Kaiser und seiner mit viel Humor agierenden Band geht es nicht darum, die alten und neuen Klassiker der Stones bis zur Unkenntlichkeit zu verändern, sondern vielmehr, sie einer neuen Lesart zu unterziehen. Da wird mit klanglicher Verfremdung gespielt: Saxophone, Klarinetten und Flöte ersetzen Gitarre und Schlagzeug. Es wird zitiert, manchmal mit Originaleinspielungen vom Band. Dann wieder wird zerlegt und neu zusammengesetzt, so dass in “Ruby Tuesday“ plötzlich Fragmente aus “Turn to black“ auftauchen. Angereichert wird all das mit Jazz-Improvisationen und fetzigen Soli. Glanzstück der neuen Interpretation aber ist der Gesang von Elodie Brochier, der mal melodiös und lieblich, mal röchelnd, hauchend, schreiend oder motzig klingt. Dabei gibt sich die Sängerin mit viel schauspielerischem Talent naiv, lässig, zickig oder verrucht und überspitzt so die Charakteristika der Originale. Unwillkürlich taucht das Bild des divenhaften Jagger auf, dazu Erinnerungen, wie anstößig seinerzeit Stones-Songs empfunden wurden. Auch dem werden Kaisers neue Arrangements gerecht. Fast vulgär klingen manche tiefen Bläsersätze, zerrissen und schräg, die einen die Aufforderung “Let’s spend the night together“ glatt ablehnen lassen würden. Ungewohnt lieblich hingegen die Klarinetten- und Flötenversion von “My sweet Lady Jane“, die fast schon an klassische Kammermusik erinnert. Insgesamt ein witziger, origineller Ausflug in neue Sphären, der allerdings unterstreicht, dass Schönheit ein relativer Begriff ist.

  aus: Trierischer Volksfreund (Anke Emmerling) / März 2006


III.

FUGA DEL DIAVOLO

DIE AUDIOVISUELLE BOSHAFTIGKEITS-REVUE
... NACH WILHELM BUSCH

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wollie kaiser
komposition, sampling, holzblasinstrumente,
gesang, electronics

katharina bihler
komposition, gesang, kostüme,
bühne/video, regie

stefan scheib
komposition, sampling, kontra-bass, e-bass

hartmut oßwald
holzblasinstrumente, electronics

ralf peter
gesang (countertenor)

elodie brochier
puppenspiel, tanz, gesang, puppen, masken

oliver maas
piano, keyboards

christiane mandernach
tanz, gesang

krischan kriesten
technik

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"WAS BELIEBT, IST AUCH ERLAUBT ..."

... und was gefällt mensch am besten?
worüber amüsiert mensch sich am köstlichsten?
was macht mensch regelrecht glücklich?
 die antwort kannte wilhelm busch ...
der menschen-hasser(?), menschen-beobachter, menschen-kenner
... nur allzu gut:

DIE BOSHAFTIGKEIT !

wie genau, wie gut und wie umfassend er um die riesige palette menschlicher abgründe wusste, hat er uns eindrucksvoll bildlich wie schriftlich hinterlassen. die idee, das werk wilhelm buschs als grundlage für eine art multimedialer musik-revue zu nehmen, basiert u.a. auf der erkenntnis, dass uns nichts menschlicher (und damit vertrauter und näher), aber auch universeller erscheint als der mensch selbst und seine oft genug fragwürdigen (charakter-)eigenschaften.
der sarkast wilhelm busch zeigt uns all die brüche, antagonismen und abgründe, die im scheinbar "normalen" menschlichen leben schon immer die eigentlichen hauptrollen spielten und spielen. demnach kann man - auch wenn die sprache und die figuren seiner zeichnungen natürlich seiner zeit entsprechen - wilhelm buschs werk durchaus als zeitlos bezeichnen (boshaftigkeit hat immer konjunktur!) oder ...
... um den meister selbst zu zitieren:

"tugend will ermuntert sein - bosheit kann man schon allein".

die revue FUGA DEL DIAVOLO bringt buschs gedankenwelt zeitgemäß mit den mitteln von musik, sprache, sampling, (puppen-)spiel, gesang und tanz auf die bühne.
die verbindung von buschs texten mit aktueller musik erweckt buschs bilderwelten zu neuem leben im kopf der zuschauer - dabei trifft klassischer gesang auf jazz und rock, es wird getanzt, gespielt (auch mit puppen) und gerappt. es wird erzählt von sophiechen, max und moritz, dem raben huckebein, balduin bählamm und vielen weit unbekannteren protagonisten.
unter anwendung spezieller sampling-techniken entstehen rhythmen und grooves, die ausschließlich aus den stimmen real existierender lebewesen zusammengesetzt wurden: so ist u.a. die stimme des achtjährigen moritz aus köln, sowie das eindrucksvolle vokale spektrum des beos pico oder die typischen geräusche einer alkoholgeschwängerten zecherei zu hören - frei nach wilhelm busch:

"WAS BELIEBT, IST AUCH ERLAUBT ...".

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Fotos: Roger Paulet

BÜHNE FREI FÜR BÖSE BUBEN

VON SZ-MITARBEITERIN KERSTIN KRÄMER

Rund um die Figuren von Wilhelm Busch rankt sich die FUGA DEL DIAVOLO, ein Projekt der hiesigen freien Musik-, Schauspiel- und Tanz-Szene. Die grausam-komische Revue wurde in der Mauritius-Kirche aufgeführt.
Ein musikalischer, schauspielerischer und tänzerischer Reigen um die Abgründe und Eitelkeiten der menschlichen Seele: die FUGA DEL DIAVOLO in der Mauritius-Kirche.
"Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein", so das Motto des Projekts, bei dem verschiedene Protagonisten der hiesigen freien Musik-, Schauspiel- und Tanz-Szene um die drei Masterminds Wollie Kaiser, Stefan Scheib und Katharina Bihler dem begnadeten "Cartoonisten" Wilhelm liebevoll auf den Busch klopfen: Ein Reigen um die Abgründe und Eitelkeiten der menschlichen Seele - zeitlos aktuell, denn hat Boshaftigkeit nicht immer Konjunktur?
In Wort, Bild und Ton wird da erzählt vom hässlichen Hannchen, missgünstigen alten Tanten und garstigem Federvieh, von unglücklich Verliebten, von Max und Moritz natürlich und vom armen Poeten Balduin Bählamm, dessen von der Alltags-Banalität torpediertes Bemühen um die Dichtkunst sich wie ein roter Faden durch die Revue schlängelt.
Getreu der Devise "was beliebt, ist auch erlaubt" ziehen die Akteure alle Register und beweisen dabei hervorragende Cross-Over-Talente, wobei sich alle Sparten aufs Schönste verzahnen. Die Musik für diese teuflisch gute Fuge komponierten bezeichnenderweise Tausendsassa Wollie Kaiser (Holzblasinstrumente, Gesang, Elektronik, Samples), Stefan Scheib (Bass, Samples) und Katharina Bihler, die zudem für die wunderbaren, an der zeichnerischen Vorlage orientierten Kostüme und die stringente, ins Detail verliebte Inszenierung verantwortlich zeichnet. Da verschmelzen jazzige und E-Musik-Klänge mit rockigen Sounds, wechseln durchkomponierte Passagen mit freier Improvisation (an Piano und Keyboards: Oliver Maas; Hartmut Oßwald an Saxofon, Klarinette und Elektronik); unterlegt mit "biologischen", aus Stimmen oder Vogelgezwitscher generierten Grooves.
Mit pantomimischen Einlagen sowie Puppen- und Schattenspiel ist der Bereich Schauspiel angereichert. Obendrein kriegen alle Darsteller (neben der nicht nur sprachlich herausragenden Katharina Bihler und Elodie Brochier, die zudem die ulkigen Puppen und Masken entwarf, der exzellente Counter-Tenor Ralf Peter und Christiane Mandernach) mühelos den Spagat zwischen Schauspielerei und Gesang hin und lassen klassische Töne mit Rap kollidieren. Und zwischen all dem tanzt Mandernach als leibhaftige Verkörperung der Übeltäterei, in Sammet und Federn herausgeputzt wie eine Gestalt aus dem Struwwelpeter - womit auch die grausliche deutsche Erziehungsliteratur ihren Hieb weg hat.
Eine minutiös ausgeklügelte Zusammenstellung, ein Mitwirkender besser als der andere: Das macht FUGA DEL DIAVOLO zur herrlich grausam-komischen Revue, die bei aller Vielfältigkeit der Ausdrucksmittel keine Sekunde anbiedernd oder beliebig wirkt.
Rundum klasse also - eine wahre Kunst der Fuge. Was Willi Busch wohl dazu gesagt hätte?
Och, der hätte es sich wahrscheinlich mit Pantoffeln, Meerschaumpfeife und dem Raben Hans Huckebein auf der Schulter im Ohrensessel gemütlich gemacht, den Maikäfer hinter den Fühlern gekrault - und sich eins geschmunzelt.

Saarbrücker Zeitung, September 2004


IV.