|
|
 |
 |
|
... WERDEN DIE BEIDEN FOLGENDEN, AKTUELLEN PROGRAMME / FORMATIONEN ANGEBOTEN:
|
 |
 |
|
STEFAN HEIDTMANN PROJECT
|
 |
 |
|
feat. GERD DUDEK / REINER WINTERSCHLADEN / DIETER MANDERSCHEID / KLAUS KUGEL
|
 |
 |
|
SOWIE
|
 |
 |
|
ORNAMENTS OF LIGHT AND SOUND
|
 |
 |
|
ROGER HANSCHEL - STEFAN HEIDTMANN - KLAUS KUGEL
|
 |
 |
|
I.
|
 |
 |
|
STEFAN HEIDTMANN PROJECT
|
 |
 |
|
... thank you for your CD - it brought life to my Sunday today. It sounded rich and flowing (like that great river!); I know I’m going to enjoy listening to it many more times.
|
 |
 |
|
DJANGO BATES
|
 |
 |
|
“ UNABHÄNGIG VON RAUM UND ZEIT
|
 |
 |
|
Die Musik des Stefan Heidtmann Project ist keine leichte Kost. Vielleicht Jazz als eine Summe aus einflussreicher Überlieferung, moderner europäischer Klangarchitektur, zeitgenössischer Improvisation und einem konzentrierten Schuss größtmöglicher Individualität. Berstende Dynamik und sphärische Kammerklänge gehören genauso in das Ausdrucksspektrum dieser gestandenen Instrumentalisten, wie der fixe Wechsel zwischen komponiertem Diktat und freier Gestaltungskraft.
|
 |
 |
|
Damit liegt das Quintett nicht unbedingt im Trend des Jazz, der sich momentan stärker mit den Äußerlichkeiten seiner weiblichen Protagonisten zu beschäftigen scheint, als mit Inhalten. Wirklich große Musik lebt unabhängig von Raum und Zeit und kann auf dubiose Platzierungen in Verkaufs-Hitparaden locker pfeifen, als würden diese etwas über die Qualität eines Kunstwerks aussagen ...
|
 |
 |
|
... Pianist Stefan Heidtmann, aus der Klassik kommend und für die Hälfte der Kompositionen verantwortlich, ist nicht dieser unablässig swingende, vorhersehbare Dauerbrenner. Sehr besonnen und sparsam, fast möchte man meinen: zögerlich, aber unangestrengt, drückt er die Tastatur, gibt Stimmungen Ausdruck, umhüllt die Musik, schwebt, wie aus einer anderen Welt erscheinend, über seiner Band.
|
 |
 |
|
Trompeter Reiner Winterschladen, der vielleicht heimliche Star des Abends und Mitglied der glorreichen NDR-Big-Band, bläst sein Instrument perfekt, entfesselt auf ‘Future Blues’ und ‘Vu Du Al Pin’ einen schier unglaublichen Energiesturm, der alles mitreißt und den Weg aus dem Raum nur mit Mühe findet.
|
 |
 |
|
Gerd Dudek hat schon 1960 (!) als einer der jüngsten Saxophonisten bei Kurt Edelhagen in Köln gespielt, bevor er sich auf die Spuren John Coltranes begab. Erfahrung und Können halten sich bei ihm die Balance, suchen sich ein gemeinsames Ventil in Form der individuellen Kreativität. Dieter Manderscheid, Hausbassist der Kölner Szene, und Klaus Kugel am Schlagzeug verstehen sich prächtig, geben der Musik Rückgrat und Schwung, führen die Solisten geschickt durch ein Labyrinth von provozierenden Rhythmen und beseelten Atmosphären.
|
 |
 |
|
In dieser großartigen Form auftrumpfend gehört das Stefan Heidtmann Project zu den ganz wichtigen Stimmen der zeitgenössischen Musikszene. Ginge es allein um Qualität in der Musik, so wäre ihnen eine Charts-Notierung sicher ... ”
|
 |
 |
|
JÖRG KONRAD, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
|
 |
 |
|
BIOGRAFISCHE NOTIZEN ZU DEN ENSEMBLE-MITGLIEDERN:
|
|
|
 |
 |
|
Stefan Heidtmann bewegt sich als Pianist und Komponist seit langem im Grenzbereich der neuen Kammermusik und des kammermusikalischen Jazz. Seit zehn Jahren Piano-Saxophon-Duo mit Heribert Leuchter. Zusammenarbeit mit Roger Hanschel (im Multimedia-Kult-Projekt ‘Ornaments Of Light And Sound’ in Verbindung mit Videokunst und Butoh-Tanz), Steffen Schorn, Claudius Valk, Vitold Rek, Martin Gjakomovski, André Nendza, Christian Ramond. Festival-Auftritte in Viersen, beim WDR-Festival und dem Euro-Jazz-Festival in Mexiko-Stadt.
|
|
 |
 |
|
Gerd Dudek gehört seit Jahrzehnten zur Spitze der modernen deutschen und europäischen Tenorsaxophonisten. Als Ensemblemitglied im ‘Berlin Contemporary Orchestra’ (mit Akti Takase, Alexander von Schlippenbach, Kenny Wheeler u.a.), beim ‘Globe Unity Orchestra’, im ‘European Jazz Ensemble’ (mit Jiri Stivin, Rob van der Broek, Alan Botschinsky) und als Solist in zahllosen Ensembles (beispielsweise zusammen mit Alfred Harth, Charlie Mariano, Heinz Sauer, Albert Mangelsdorff, Evan Parker, Steve Lacy, Manfred Schoof u.v.a.).
|
|
|
|
|
 |
 |
|
Reiner Winterschladen ist seit 1994 Mitglied der NDR-Big-Band. 1985 bekam er den Kulturförderpreis der Stadt Düsseldorf. Seine ersten Meriten verdiente er sich mit dem Trio ‘Blue Box’. Weitere Stationen seiner Arbeit: das ‘European Jazz Ensemble’, die Gruppe ‘Draft’ (u.a. mit Frank Gratkowski) und Projekte mit Tony Oxley, Klaus König oder Hugo Read. Enrico Rava (Trompeter-Legende aus Italien) sagte unlängst über ihn: “Er ist der Beste seines Faches in Europa ...”
|
|
 |
 |
|
“Sein Spiel macht süchtig ...” bemerkte der Musiker und Journalist Ekkehard Jost einmal über Dieter Manderscheid, der unter anderem durch seine Projekte mit Harry Beckett, John Betsch, Phil Minton, Peter Brötzmann, Radu Malfatti, Michael Moore, Barre Philips und Günter “Baby” Sommer sowie durch sein langjähriges Duo mit dem Trompeter Thomas Heberer deutliche Spuren im deutschen und internationalen Jazz hinterließ. Abgerundet wurden seine Aktivitäten durch regelmäßige Tourneen durch alle Kontinente der Welt im Auftrag des Goethe-Instituts.
|
|
|
|
|
 |
 |
|
Klaus Kugel ist festes Mitglied im ‘Theo Jörgensmann Quartett’ (zusammen mit Christopher Dell und Christian Ramond). Außerdem machte er durch Projekte mit Karl Berger, Charlie Mariano, Kent Carter, John Tchicai, dem litauischen Saxophonisten Petras Vysniauskas, dem russischen Pianisten und Keyboarder Wjatscheslav Ganelin und seine Zusammenarbeit mit dem Bassklarinettisten Michel Pilz von sich reden. Regelmäßige Tourneen im Ausland untermauern seine Position als einer der wichtigen Schlagzeuger im zeitgenössischen Jazz.
|
|
 |
 |
|
REFERENZEN des STEFAN HEIDTMANN PROJECT:
|
 |
 |
|
|
INFO für Veranstalter: Das STEFAN HEIDTMANN PROJECT ist auch als Quartett (mit nur einem Bläser) buchbar!
|
|
|
|
 |
 |
|
DIE PRESSE ÜBER DAS: STEFAN HEIDTMANN PROJECT
|
|
|
 |
 |
|
Der Pianist Stefan Heidtmann zählt zu den interessantesten deutschen Musikern seiner Generation. Deutlich geprägt von seiner klassischen Ausbildung, besticht Heidtmanns Spiel durch eine klangschöne und präzise Anschlagskultur. Auch Einflüsse der Neuen, komponierten Musik machen sich in Heidtmanns Stücken immer wieder bemerkbar.
|
 |
 |
|
REINHARD KAGER - SWR / 2006
|
 |
 |
|
Heidtmann (betritt) mit “Blue Sand And Green Sky“ ein anderes musikalisches Terrain. Der klassisch ausgebildete Pianist und Komponist entfernt sich mehr und mehr vom lyrischen Piano-Jazz seiner frühen Einspielungen und setzt stattdessen ganz auf eine sich oft aus frei-tonalen, expressiv gespielten Quellen speisende Jazzmusik. Unterstützung findet er dabei von so renommierten Musikern wie Gerd Dudek, Reiner Winterschladen, Vitold Rek und Klaus Kugel, die ihn auf seiner Reise durch auskomponierte und improvisierte Welten mit aussagekräftigen Solo-Chorussen begleiten.
|
 |
 |
|
Kassel. Klangmalerische Musik war angekündigt und tatsächlich ruft das Quintett um Stefan Heidtmann im halbstündigen Eröffnungsstück mit seinen merkwürdigen Sounds Bilder hervor, die an den “Film noir” erinnern. Stefan Heidtmann ist als Pianist ein großartiger Techniker und Skalenzauberer, aber auch seine Kompositionen zeigen sich eher rational. Hier werden zwar Mexiko und Griechenland, also Regionen mit durchaus emotionalen Musikkulturen, als Inspiration angeführt, diese äußert sich dann aber in sehr abstrakten und sachlichen Klanggebilden. Abhilfe schaffen da der vollmundige Bass von Dieter Manderscheid und die energiegeladene Trompete von Reiner Winterschladen. Christian Thomé zeigt sich am Schlagzeug als fantastischer, farbenreicher Solist, im Gruppengeschehen saugt aber seine permanente Suche nach putzigen Sounds die Aufmerksamkeit ab, so ganz konkret mit einem Saugnapf am Schlegel. Sternminuten gibt es in der Trioauskopplung mit Bass, Schlagzeug und einem grandiosen Gerd Dudek, der in langen, souveränen Bögen sein Tenorsaxophon in bester Hard-Bop-Manier sprechen lässt. Ein Konzert in Chef-Besetzung, das viele Facetten des modernen europäischen Kammer-Jazz beinhaltet, so die offenen, strukturlosen Klangflächen, die Unisono-Tutti, die getüftelten Rhythmen, die dosierte Dissonanz, das persiflierende Zitat. Doch scheint dieses Vokabular ein wenig ausgereizt, liefert das Stefan Heidtmann Project keine grundsätzlich neuen Aspekte. So bleiben am nachhaltigsten die beiden herausragenden Bläser in Erinnerung eines gut besuchten und mit viel Beifall bedachten Konzertes.
|
 |
 |
|
Musik bedeutet Veränderung. Das Spiel mit Klängen und das Durchbrechen von angestammten Hörgewohnheiten setzt Mut voraus. Sowohl beim Musiker als auch beim Hörer. Musik bedeutet aber auch Detailarbeit. Kleinste Umschichtungen, aus deren Summe die Weiterentwicklung resultiert. Stefan Heidtmann ist so ein mutiger Detailarbeiter. Der klassisch ausgebildete Pianist und Komponist scheut nicht davor, zusammen mit Gerd Dudek (Tenorsaxophon), Reiner Winterschladen (Trompete), Dieter Manderscheid (Kontrabass) und Klaus Kugel (Schlagzeug) neue Wege einzuschlagen, um so den modernen europäischen Jazz weiterzuentwickeln. Zusammen bereiste das Projekt 2002 Mexiko. Eindrücke, die im Gedächtnis verewigt auch in der Musik ihr Spiegelbild finden sollten. Auf dem aktuellen Album “Hay que salir adelante” - was ungefähr ”Es muss immer weitergehen” bedeutet - scheinen sich Impressionen und Überzeugungen zu vereinen. Leichte Kost darf man jedoch nicht erwarten. Das erste Stück, das die drei Lieder “Dunst”, “Cuauhtémoc” und “Xotchimilco Gardens” in einer Art Suite vereint, erschlägt fast durch seine Dauer von rund 45 Minuten. Genauso wie die Hektik der Großstadt Mexiko City wird hier auch ihre stille Schönheit thematisiert. Von schwebenden Klangflächen in den Bläsern ausgehend, vollzieht sich die Steigerung über repetierende Ton- und Rhythmusgebilde. Das Netz spinnt sich immer weiter. Die Melodielinie wird unaufhörlich umgebaut, erweitert und zurück zum scheinbaren Ausgangspunkt geführt, nur um dann in noch entferntere Gebiete abzuschweifen. Individuelle Formgebung und solistische Einwürfe stehen sich nicht nur gegenüber, sondern werden ineinander verwoben. Man scheint teilweise losgelöst von musikalischen Fesseln wie Takt und Melodik im Raum zu schweben. Was klangliche Anarchie vermuten lässt, wirkt dennoch stimmig. Hier zeigt sich die jahrelange Erfahrung der Musiker und deren hoch angesiedelte Technik. Nur weil es ginge, stellt hier niemand sein vorhandenes Können ohne Rücksicht auf Verluste in den Vordergrund. Es gibt auch zurückhaltendere Stücke, wie “Comdesa” und die dem Saxophonisten Gerd Dudek gewidmete “Ballad For G”. Die Klangarchitektur ist dennoch ähnlich fordernd wie in den schnelleren Kompositionen. Schräge Intervalle in den Bläsern, zarte Pianoklänge und pulsierende Bass- und Schlagzeugrhythmen prallen aufeinander und verlangen vom Hörer, das Denken auszuschalten, um sich ganz dem Hörerlebnis hingeben zu können. Musik bedeutet eben auch ein Geben und Nehmen. Wer das Wagnis eingeht, freiem Jazz den Spielraum einzuräumen, den er zum Atmen braucht, wird belohnt. Zumindest bei Stefan Heidtmann.
|
 |
 |
|
ELISA REZNICEK - BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN / 2005
|
 |
 |
|
... Starke Musik; ich schätze darin besonders die schöne, stets gefährdete Balance zwischen Wehmut und Wagemut.
|
 |
 |
|
... Wenn dies eine Filmmusik gewesen wäre, was wäre wohl der Film? Ein subtiler Thriller? Ein französischer Liebesfilm? Kein Mainstream Hollywood, das steht fest. Die erste Ansage lüftete das Geheimnis der Herkunft: Die Mehrzahl der Stücke entstand oder bezog sich auf Mexiko, wo die Musiker 2002 eine Tournee hatten. Als Souvenir brachten sie Musik mit, die sie unter anderem auf der CD “Hay que salir adelante” verewigten ... ... Ganz hohe Kunst und brechend voll, so war das Konzert bei ‘Jazz in der Kammer’. Das Publikum bekam eine Klangvielfalt zu hören, wie man sie sonst nur bei ganz großen Stars erlebt - aber das sind sie ja auch: Stefan Heidtmann am Piano, Gerd Dudek am Tenorsaxophon, Reiner Winterschladen Trompete, Dieter Manderscheid Kontrabass und Klaus Kugel am Schlagzeug. Es scheint unmöglich, einen von ihnen besonders zu loben; das wäre ungerecht. Die Virtuosität jedes einzelnen Musikers auf seinem Instrument stand jenseits jeden Qualitätsurteils. Weltklasse, das muss genügen. Was stattdessen zu betonen ist, ist das Zusammenspiel, die fein gesponnenen Verknüpfungen zwischen den Musikern. Eine solche Harmonie, solche Solidarität, eine solche Hingabe an das Ganze - und trotzdem Gegensätze, Kontraste ... ... Es kommt selten vor, dass bei fünf Musikern keiner im Hinter- und keiner im Vordergrund steht. Diese hier hörten aufeinander, gingen aufeinander ein, ließen einander Freiräume und forderten sich gegenseitig heraus. Das einzige, dem alle sich unterordneten, war der Gesamtklang. Sie hätten ein Instrument sein können. Das Publikum schenkte ihnen denn auch ungeteilte Aufmerksamkeit und begeisterten Applaus.
|
 |
 |
|
Den gekonnten Spagat zwischen rheinischer Fröhlichkeit und künstlerischer Internationalität zu finden, mag auf den ersten Blick recht logisch erscheinen, wenn Musiker zur vielfältigen Kölner Jazzszene gehören. Wenn sie dann aber noch höchst anspruchsvoll die Balance finden zwischen feinfühligen Kompositionen und avantgardistischen Improvisationen, ist es mit dem Frohsinn eigentlich nicht mehr so weit her. Anders beim Stefan Heidtmann Project, das am Samstagabend im Villinger Jazzkeller zu hören war: hier macht auch bei den eigenwilligsten Klangausflügen das Zuhören Spaß und war von den vier Musikern durchgängig die emotionale Leichtigkeit zu spüren, die dem Jazz das prickelnde Bauchgefühl verleiht. Der Pianist Stefan Heidtmann hat bekannte Musiker der Kölner Szene um sich versammelt und setzt mit denen seine sehr ausdrucksstarken Klangvorstellungen durch. Grenzen zwischen kammermusikalischer KIassik und improvisierter Musik sind für Heidtmann offenkundig fließend. Er ist kein Tastenakrobat, dem Schnelligkeit über alles geht. Für Heidtmann steht die Ästhetik des Klangs im Vordergrund. Stets mit viel Bedacht, gelegentlich zögerlich tastet er sich vorwärts und lässt die Töne im Raum schweben. Ebenso überzeugend wühlt er mit furiosen Stakkatoläufen Energiefelder auf, die vollgepackt sind mit Spannung und Dynamik. Dabei wird Heidtmann von einer exzellenten Rhythmusgruppe unterstützt. Souverän in Timing und Klangfülle ist Bassist Dieter Manderscheid und Schlagzeuger Klaus Kugel erweitert das Drumset um eine Vielzahl von filigranen Klang- und Perkussionsvarianten, die stimmig mit Heidtmanns Musik korrespondieren. Von ganz spezifischer Reife ist die Musik des vierten Akteurs an diesem Abend. Der Tenorsaxophonist Gerd Dudek zählt zu den wenigen deutschen Jazzbläsern, die von sich sagen können, dass sie seit mehr als 40 Jahren alle Entwicklungen mitgeprägt haben. Dudek, als Person höchst introvertiert, ist als Saxophonist technisch versiert und von profunder Ausdrucksstärke. Bei ihm spielt der ganze Erfahrungsschatz mit, den er sich erworben hat in Kurt Edelhagens Big Band, auf der wilden europäischen Free-Jazz-Szene und dann später als beseelter Jünger John Coltranes. Seine Chorusse erzählen hochemotionale Geschichten, sind gespickt mit Schwermut, aber auch wohlklingender Eleganz und kantigen Blueselementen und ihm ist ganz besonders anzumerken, wie sehr er aufgeht in dieser Musik. Das Heidtmann Project spielt keinen eingängigen Mainstream, sondern geht eigenständige Wege, auf denen Komponiertes und Improvisiertes oft bruchlos ineinander verwoben sind. Trotzdem steckt diese Musik voller Drive und macht Zuhörern wie auch den vier Akteuren Spaß.
|
 |
 |
|
FRIEDHELM SCHULZ - SÜDKURIER VILLINGEN / 2004
|
 |
 |
|
Mit nackten Füßen thront Stefan Heidtmann auf den Tasten seines Flügels und signalisiert mit einem strahlenden Lächeln: alles im Griff. Und in der Tat läuft für das Stefan Heidtmann Project auf dieser CD fünf Viertelstunden lang alles rund. Die für hiesige Zungen teilweise unaussprechlichen Songtitel erklären sich durch eine Mexikoreise, die das Ensemble vor knapp drei Jahren gemacht hat - und eine mexikanische Redewendung inspirierte auch den Namen der CD: ‘Hay Que Salir Adelante’ bedeutet in etwa ‘Es muss immer weitergehen’. Damit hat es sich dann aber auch mit den mexikanischen Einflüssen, denn um Latin Jazz irgendeiner Prägung handelt es sich hier keineswegs. Der stete Ideenfluss der CD verdankt sich vielmehr dem, was man etwas hilflos-schlicht nach wie vor Modern Jazz nennen kann. Dass in diesem Idiom längst noch nicht alles gesagt ist, beweist das Stefan Heidtmann Project wie nebenbei. Das reicht von einem majestätisch-getragenen Thema wie ‘Comdesa’ über das sprudelnden Optimismus versprühende ‘Xotchimilco Gardens’ bis zu einem Titel wie ‘Dunst’, der einfach trifft. Und das längste Stück der CD, das zwölfminütige ‘Cuauhtémoc’, wandert durch so viele Stimmungen, dass es kaum zu glauben ist, dass hier lediglich fünf Musiker zu hören sind. Die Ensembleleistung hat dabei allen fünf gleich viel zu verdanken: dem treibenden Bass Dieter Manderscheids, den Bläsern Gerd Dudek und Reiner Winterschladen, die sich perfekt ergänzen, dem Schlagzeuger Klaus Kugel, der mit feinsten perkussiven Schattierungen glänzt, und natürlich dem Leader, der die ‘Ballad For G.’ aufmischt, aber die knifflige Rhythmik im Opener ‘Pendulum 5’ lässig rollen lässt. Eine grandiose Leistung, die zudem an einem einzigen Tag eingespielt wurde.
|
 |
 |
|
ROLF THOMAS - JAZZTHETIK / 2004
|
 |
 |
|
Reisen bildet, sagt der Volksmund, und es weitet den Horizont, meint nicht nur die Tourismusbranche. Wenn etwa Musiker auf Achse sind, kann das ganz erstaunliche Folgen haben. 2001 beispielsweise war das Stefan Heidtmann Project in Mexiko unterwegs, ließ sich von der Exotik des Landes einfangen, ging im vergangenen Herbst ins Studio und bringt jetzt eine CD heraus, die einen ganz besonderen Zauber verbreitet. Mexiko-Klischees, folkloristischen Klimbim wird man im Jazz-Quintett des Pianisten Heidtmann vergebens suchen, das Reisemitbringsel funktioniert subtiler. Kontemplativ beginnt der Mexiko-Bericht: Erst langsam pendelt man sich ein - das Stück heißt ‘pendulum 5’. Gerd Dudek (Tenorsaxophon) und Reiner Winterschladen (Trompete) fühlen vor, spielen sich eine simple Tonreihe zu, hin und her. Ein Gerüst entsteht. Piano (Heidtmann), Bass (Dieter Manderscheid) und Schlagzeug (Klaus Kugel) bauen mit. Was das Heidtmann Projekt letztlich daraus macht, ist eine luftige Architektur mit großen Anteilen flirrender Trompetenlinien. ‘Dunst’, eine andere, sehr atmosphärisch angelegte Nummer, wirkt wie ein fragiles, wolkiges Klanggebilde, in dem die einzelnen Instrumente verschwimmen, ohne konturenlos zu werden. Eine sehr coole Musik, die eher ins Paris der 50er Jahre passt als zu einer Vorstellung von Mexiko. Titel wie ‘cuauhtémoc’ oder ‘xotchimilco’ passen eher ins Azteken-Milieu, die dazugehörigen Stücke wehen wie eine Brise über die Sierra Madre. ‘Hay que salir adelante’, heißt die hervorragende CD - was auf Spanisch ‘Es muss weitergehen’ bedeutet. Das sei ein Motto der Mexikaner, meint Heidtmann.
|
 |
 |
|
THOMAS KLIEMANN - GENERALANZEIGER BONN / 2004
|
 |
 |
|
‘Es muss immer weitergehen.’ Dieser Satz prägte sich Stefan Heidtmann bei einer Mexikoreise mit seiner Band so tief ein, dass er zum Motto einer neuen CD avancierte. Mit renommierten Weggefährten - Gerd Dudek, ts, Reiner Winterschladen, tp, Dieter Manderscheid, b, und Klaus Kugel, dr - erkundet der Kölner Pianist mögliche Wegstrecken, auf denen solche Lebensweisheit realisierbar erscheint, mal in zögerlich abwartender eher tastender Grundhaltung, mal in entschiedenem flüssigem Schritt, immer jedoch in und mit umsichtigem Blick auf das Terrain und die Gefährten. Romantische Poesie spricht aus den Kompositionen, die klassischen Hintergrund, Neue Musik und modernen Jazz europäischer Prägung vereinen - gelassene Empathie und hinhörende Individualität aus den Improvisationen. Als Hommage an ein wunderbares Land - Mexiko - und gleichzeitig als ein Plädoyer für positives Denken und Handeln will Heidtmann seine CD verstanden wissen. Das ist sie fürwahr und noch dazu ein lebendig beredtes Zeugnis dafür, wie entspannt Ausdruckskraft und Transparenz, Eigenständigkeit und Altruismus, Freiheit und Kohärenz in der improvisierten Musik Hand in Hand gehen können, wenn nur die gemeinsame Basis stimmt.
|
 |
 |
|
TOBIAS BÖCKER - JAZZPODIUM 7-8 / 2004
|
 |
 |
|
Der Pianist Stefan Heidtmann hat sich bei aller ‘weißen’ Intellektualität eine Affinität zu den großen schwarzen Meistern bewahrt. Wie der Meister der verdrückten Formen, Thelonious Monk, liebt auch er kraftvoll abrupte Tempiwechsel und verquere Harmonisierungen. Bei diesen im Kölner Loft entstandenen Aufnahmen stammen alle Nummern von Stefan Heidtmann selbst. Laut eigener Aussage sind dies musikalische Impressionen von einer Reise, die das Stefan Heidtmann Project vor drei Jahren noch Mexiko führte. Für die Umsetzung seiner Kompositionen hätte er sich keine besseren Partner wünschen können: Einer der Veteranen des deutschen Modern Jazz, Gerd Dudek, spielt Tenorsaxophon und Reiner Winterschladen, neben Till Brönner das As auf der zeitgenössischen Szene, Trompete. Lustvoll sind die Interaktionen mit dem meist dezent im Hintergrund agierenden Pianisten, fintenreich umspielen sie die Fallstricke des Materials und setzen dabei eigene Widerhaken, als sei es jeweils ein Album von ihnen selbst. Um seinen Anspruch als Arrangeur zu unterstreichen, tritt Heidtmann selbst solistisch fast nicht in Erscheinung. Die abgeklärten, spröde schönen Eigenkompositionen Heidtmanns sind Ausgangs- und Orientierungspunkte für intensive Zwiegespräche, die ganz vom gegenseitigen Respekt und damit vom Aufeinander-Hören geprägt sind. Eine rundum schlüssige Synthese aus Ensemble-Improvisationen mit rhythmischen Finessen und verinnerlichtem Formempfinden. Das künstlerische Potenzial dieser Formation ist beachtlich. Möge sie zu einer festen Größe in der deutschen Jazzlandschaft werden.
|
 |
 |
|
TOM FUCHS - PIANO NEWS / 2004 ( BEWERTUNG: INTERPRETATION ***** )
|
 |
 |
|
Die Mischung von Alt und Jung macht’s - ist man versucht zu sagen bei der Musik des Stefan Heidtmann Projects. Der Pianist studierte an der Musikhochschule in Köln und debütierte 1999 mit einer Solo-Piano-CD. Anfangs der klassischen Musik verbunden, hat er deren Grundlagen zu eigenen Ausdrucksformen genutzt und dabei auch seine Möglichkeiten als Komponist und Arrangeur weiterentwickelt. Den Schritt über die regionale Szene hinaus schaffte er mit seinem Sextett-Projekt, zu dem unter anderem die Kölner Saxophon-Legende Gerd Dudek und der Trompeter Reiner Winterschladen, Mitglied der NDR Big Band, gehören. Der polnische Bassist Vitold Rek und Klaus Kugel am Schlagzeug komplettieren das Sextett des Pianisten. Die Ambivalenz des etwas verqueren Titels ‘Blue Sand and Green Sky’ findet sich in der spannungsvollen Schwebung zwischen Mainstream und Avantgarde wieder.
|
 |
 |
|
Faszinierende Klangwelten im Greizer JazzWerk #3 Internationales Festival überzeugt erneut mit erstklassigen Bands
|
 |
 |
|
Drei Abende - drei Schichten im Greizer JazzWerk #3 - drei mal drei Bands von höchster Qualität. Das Resümee des diesjährigen internationalen Jazz-Festivals am Wochenende im ‘Zapf-Werk’ kann nur lauten: Jedes Konzert war ein Höhepunkt. Jede Gruppe hätte ihre eigene Besprechung verdient. (...) bewies das Stefan Heidtmann Project am Samstag, dass auch die klassische Besetzung einer Jazz-Band immer wieder mit Stärke und Gehalt begeistern kann. Und das nicht nur, weil sich in dieser Formation mit Trompeter Reiner Winterschladen, dem Tenor- und Alt-Saxophonisten Gerd Dudek sowie Schlagzeuger Klaus Kugel die Spitze der deutschen Jazz-Musiker tummelt. Der Pianist und Namensgeber des Projekts, Stefan Heidtmann, stellte sich dabei im JazzWerk ebenso als virtuoser Jazz-Pianist wie als ausgezeichneter Komponist und Arrangeur vor. Bei aller Individualität stand die gegenseitige Korrespondenz und gemeinsam erlebte Spielfreude im Mittelpunkt.
|
 |
 |
|
DIRK OßWALD - OSTTHÜRINGER ZEITUNG / 2003
|
 |
 |
|
Eigentlich sollte man diese Musik Mainstream nennen, so souverän ist ihre Avantgarde eingesetzt. Das Quintett des Pianisten Stefan Heidtmann wurzelt im frei improvisierten Jazz, und das hört man auf den vier Stücken der CD, die ohne Vorgabe entstanden. Mit der gleichen Freiheit aber gehen sie auch mit Kompositionen um, denen sie eine Intensität geben, die der ‘normale’ Mainstream nur selten erreicht. ‘Inspiriert’ sollte man das wohl nennen, denn inspiriert ist die Musik dieser Band mit dem herausragenden Gerd Dudek und einer Rhythmusgruppe, die zu den führenden in Deutschland gehören muss. Mit Sicherheit eine der wichtigen Platten dieses Jahres.
|
|