christina fuchs quartett
CFQ-01.02

EIN ÜBERRASCHENDES KLANGAMBIENTE - ÄUSSERST FRISCHER SOUND ...
WER SPIELT DA?

Ein Kontrabass, geblasenes Holz, Schlagzeug und - ein Akkordeon. Aber halt, trotzdem ist das in keiner Weise eine Band, die ihren individuellen Gruppensound, ihre klangliche Corporate Identity über irgendwelche argentinischen Musiziertraditionen und deren angeheiratete Tanz- und Folklorepatterns definiert.

Dieses Ensemble ist schlichtweg innovativ, lebt von jazzorientierter Improvisation und beweist seine Eigenständigkeit in jedem Takt. Chefin
Christina Fuchs, ihres Zeichens Herrin der meisten Holzblasinstrumente, weiß genau, warum sie so lange auf der Suche war nach einem adäquaten Pendant zu ihrer eigenen Klangfarbe - und dann irgendwann auf Florian Stadler stieß, den beeindruckenden Akkordeonisten beim CHRISTINA FUCHS QUARTETT: “Je stärker die Farbe und die Atmosphäre der Band, desto besser, je plastischer die Kontraste, um so wirkungsvoller”, meint Fuchs, und tatsächlich ist der Mann am Akkordeon in diesem Sinne als zweiter Bläser nicht mehr zu ersetzen - zumal ihm der Erfahrungsschatz zeitgenössischer Musizierweisen schon lange vertraut ist.

Auf eine weitere Weise erscheint der Gruppenoutput des CHRISTINA FUCHS QUARTETT als perfekte Einheit musikalischer und speziell klangorientierter Bandkonzepte. Diese vier hochindividuellen Instrumentalisten bedienen sich zwar vorwiegend der Kompositionen und Vorgaben von Christina Fuchs - sie hat für eine ihrer Big-Band-Partituren gerade den Julius-Hemphill-Award erhalten - aber sowohl die Probenarbeit als auch deren musikalisches Live-Ergebnis beziehen ihre Faszination aus dem kollektiven, situativen (Er-)Leben im gemeinsamen Improvisieren.

Für außergewöhnliche musikalische Lebensgemeinschaften sind erfahrene Mitbewohner nötig - und die finden sich oft nur in den eigenen 4-Wänden:
Ulla Oster, ihres Zeichens gesuchte (Film-)Komponistin und Arrangeurin arbeitet schon seit langem als eine der wenigen profilierten Kontrabassistinnen Europas im United Women’s Orchestra, dem großen und sehr erfolgreichen Bandprojekt von Christina Fuchs, und um Christoph Hillmann, Wanderer zwischen perkussiven Welten offener Jazzkonzepte, Klangpräparationen Neuer Musik und den Universen elektronischer Klangerzeugung wird Christina aktuell von weit mehr als einem Bandchefkollegen beneidet. Hillmanns Spielauffassung ist im Bereich kreativer Perkussionsarbeit genau das, was wegweisende neue Konzeptionen an frischem Blut benötigen.

Das CHRISTINA FUCHS QUARTETT beweist von Probe zu Probe, von Konzert zu Konzert - und jetzt auch auf seiner Debut-CD - daß es auch im Zeitalter des ScheinbarAllesSchonDaGewesenen immer wieder einmal musikalische Edelsteine zu entdecken gilt, die das kollektive Zweifeln an der Kraft improvisierter Konzepte elegant ad absurdum führen.
                                                                         (Georg Ruby) 

MP3-HÖRBEISPIELE DER DEBUT-CD ’NO TANGO’:

(je 0’45 Min. angespielt)

notango_cover_75

nrw-records 7002
2008

SAYÒ

WHOLE TONE SHIT

11-10 

NEMIOKE

THE BITER BIT

Das Christina Fuchs Quartett sind:

christoph hillmann - drums, perc
ulla oster - bass
florian stadler - accordion
christina fuchs - reeds

Die Saxophonistin Christina Fuchs hat sich in den letzten zehn Jahren vor allem einen Namen als Komponistin und Leaderin des “United Women’s Orchestra” gemacht. Diese Big Band hat soeben ihre dritte CD vorgelegt, die von der Presse enthusiastisch aufgenommen wurde.
Neben dieser Großformation existieren etliche kleinere Projekte, in denen sie als Konzeptkopf oder auch Sidewoman arbeitet. Mit ihren originären Ideen hat sie die deutsche Jazzszene in unzähligen Rundfunk- und Fernsehproduktionen bereichert.
Studien und Stipendien in Köln, New York (BMI Composers Program - bei Maria Schneider / Jim McNeely) und in Canada (Banff Centre for the Arts). Erhielt internationale Kompositionspreise (Julius Hemphill Composition Award / Jazz a r t - aktuelle Musik im 21.Jahrhundert). 

christina-foto06
Florian-01

Florian Stadler - Akkordeon, studierte am Hermann-Zilcher-Konservatorium Würzburg bei Stefan Hussong.
Auf internationalen Meisterkursen u.a. bei Prof. H. Noth (Trossingen/Prato), J. Macerollo (Toronto) und M. Brunello (Brescia) konnte er seine künstlerische Ausbildung ergänzen. Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik und der Improvisation.
Er arbeitet als Akkordeonist mit mehreren Ensembles zusammen: Seit 1999 spielt er im Klezmer-Ensemble “Colalaila” sowie im Duo mit dem Soundpoeten Mitch Heinrich (“Schwitters-Zorn”). Darüber hinaus widmet er sich dem Projekt “Herbal Essence” mit der Cellistin Sue Schlotte. Außerdem wirkte er in mehreren Bühnenproduktionen (Tanz, Theater, Performance) mit.
CD-Rundfunkaufnahmen und TV-Auftritte mit “Colalaila” sowie Konzerttourneen im In- und Ausland (Skandinavien, Italien) runden sein vielseitiges musikalisches Profil ab.

Ulla Oster - akustischer und elektrischer Kontrabass, E-Bass, Komposition.
Abgeschlossenes Studium Musikhochschule Köln. Arbeitet seit 1980 in diversen Kölner und überregionalen Bands mit unterschiedlichen Stilistiken und leitet eigene Projekte (“Beyond Janis”, “Abaptations”, “What’s New?”).
Festivalauftritte (Moers, Köln, Leverkusen, Viersen, Vilshofen, Grenoble, Antwerpen, Wien, St.Petersburg u.v.a.). CD-, Radio- und TV-Produktionen für WDR, SFB, Südwestfunk, Radio Bremen, Bayrischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk ... schreibt Theater-, Kleinkunst- und Filmmusiken (ZDF).
Preisträgerin der Sparte Komposition für Jazzorchester / Big Band im Rahmen der Jazzart-Ausschreibung 2001 / 2002 sowie in der Ausschreibung 2003 / 2004 mit ihrem derzeitigen Songprojekt “What’s New?”.
Beschäftigt sich seit 1994 mit elektronischer / computergestützter Klangerzeugung und -bearbeitung.

UllaInActionSW
christoph-neu

Der Schlagzeuger Christoph Hillmann gilt als einer der profiliertesten Sidemen der aktuellen deutschen Jazzszene. So arbeitet er live und im Studio u.a. mit Norbert Steins “Pata Masters”, “A.Tronic” (mit Dave Liebman / Charlie Mariano), “Frank Speer Quartett” (mit Nils Wogram) und Angelika Niesciers “Sublim” (mit Hans Lüdemann).
Konzertreisen nach Marokko, Australien, Indonesien, Großbritannien, Schweiz, Österreich, Italien, Schweden, Polen und in die USA sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Musikern wie Kenny Wheeler, dem European Jazz Ensemble und der ARFI (Lyon) sorgten in den vergangenen Jahren für Anerkennung - Rundfunk- und Fernsehpräsenz, CD-Produktionen und enthusiastische Presse.
Neben dem Schlagzeug nutzt er je nach Projekt auch die Möglichkeiten von diversen exotischen Perkussionsinstrumenten, Alltagsgegenständen, Samplern und DJ-Equipment zur Erweiterung seiner Ausdruckspalette.
Diese Vielseitigkeit führte u.a. zu regelmäßiger künstlerischer Mitarbeit bei Theater- und Tanzproduktionen in Deutschland und den Niederlanden.

News02

Christina Fuchs Quartett

 Pressestimmen (Auszug)
 

Schreibfeder02

NOTANGO!

Christina Fuchs

Es gibt so ein, zwei Faustregeln im Jazz: Die erste hat Albert Mangelsdorff immer betont: “Es muß schwinge!”. Eine andere lautet: “Wenn ein Saxophon dabei ist, dann ist es Jazz.”
Auf diese zweite Regel berufen sich Festival-Programme, Radioformate, auch Plattenfirmen. Finden sich auf der Bühne aber zum Beispiel Bassklarinette und Akkordeon ein, ist das schon schwieriger. Dann könnte man in einem post-seriellen Experiment gelandet sein, es könnte sich um Folklore aus dem armen Osten handeln oder vielleicht um kunstvollen Tango?
Das Quartett NoTango! stellt schon im Namen klar, daß sie die Frage nach dem musikalischen Genre eher mit Erich Fried beantworten: “Es ist, was es ist.”

NoTango!, das Quartett der Holzbläserin Christina Fuchs, ist schon qua Instrumentierung keine herkömmliche Jazzband. Wo sonst ein Pianist oder Gitarrist die Aufgabe der harmonischen Begleitung übernimmt, sitzt hier der Akkordeonist Florian Stadler und dehnt mit seinem biegsamen Instrument sein Aufgabengebiet in alle Richtungen aus. Zwar schlägt auch er Akkorde auf einer Klaviatur an, doch das Material seiner Klänge basiert auf dem Luftstrom der ‘Ziehharmonika’, Melodien phrasiert und gestaltet er wie ein Blasinstrument.
“Sehr gute Pianisten machen das natürlich auch, trotzdem kann man da nie so legato spielen wie auf dem Akkordeon”, erläutert Christina Fuchs ihre Besetzungsentscheidung. “Er kann einfach andere Dinge darstellen.” Wenn die Saxophonistin Fuchs dann noch zur Bassklarinette greift, reisen die Gedanken der ZuhörerInnen endgültig nach Buenos Aires, schließlich sieht es aus wie Tango und klingt auch manchmal so. Warum wird die Assoziation im Bandnamen aufgerufen und gleichzeitig verneint? “Weil mir das Spaß macht, das ist ein Spiel mit den Begriffen, irritiert ein bißchen und kann auch gerne in die Irre führen”, antwortet Fuchs. “Bis man dann merkt: Stimmt gar nicht - oder stimmt doch was davon? Es ist ja nicht so, daß es nicht da wäre. Die Assoziation entsteht - und es ist trotzdem kein Tango.” (...)

(...) In verschiedenen Projekten zeigt Christina Fuchs die unterschiedlichsten Aspekte einer komplexen musikalischen Persönlichkeit, die doch immer sie selbst bleibt. Im Duo KontraSax mit der Bassistin Romy Herzberg tritt sie für Theatermusiken oder bei Lesungen auf (“KontraSax plays Patricia Highsmith’s Der Schrei der Eule”), bei Tanz- und Filmvorführungen und als Solistin im Bagdad-Kölner Maqam-Quintett Lagash: “Das sieht dann vielleicht sehr unterschiedlich aus, aber der Kern, von dem man ausgeht, ist immer derselbe. Die Iraker zum Beispiel. Wie ich auf deren Musik reagiere, ist nicht wesentlich anders, als wenn ich in meinem Quartett spiele: Ich guck, was das für Material ist und was ich damit anstelle, so authentisch wie möglich, so, daß es für mich, aber auch für die Musik stimmt.”
Ihre eigene Klangsprache als Komponistin hat Christina Fuchs mit dem United Women’s Orchestra formuliert: 1992 von achtzehn Frauen aus vier Ländern unter der Leitung von Hazel Leach und Christina Fuchs gegründet, wird die BigBand im November 2008 mit Konzerten in Köln und Düsseldorf ihren Abschied nehmen. Die feministische Pointe des Ensembles, auch einmal Musikerinnen in einem professionellen Großensemble zu zeigen, wurde zielsicher auf zahlreichen Festivals und drei CDs platziert. In der Zweitbesetzung sitzt inzwischen auch ein Mann am Schlagzeug, schließlich sollte das UWO nicht zum ‘Frauenschutzgebiet’ werden, zum ‘natürlichen Reservat’ für Jazzmusikerinnen unter sich.
Christina Fuchs schüttelt den Kopf: “In dieses Ghetto möchte ich nicht. Ich möchte auch nicht auf Frauen-Themen-Festivals spielen. Da ist man so festgelegt. Wir müssen nichts mehr beweisen. Nee, das brauchen wir nicht.” (...)

(...) Gerade ist die NoTango!-CD erschienen, das derzeit neueste Projekt in ihrem vielschichtigen Oeuvre, und schon geht es einen weiteren Schritt weiter, zum Duisburger TraumZeit-Festival, wo Bandleaderin Fuchs mit ‘NoTango! & Strings’ ein Streichquartett gegenüber dem eingespielten Jazzquartett präsentiert: “Weshalb mich mein Beruf bis heute nicht langweilt, ist, daß die Dinge beweglich bleiben. Ich möchte einen anderen Soundkosmos da reinbringen. Streichquartett klingt immer klassisch, auch wenn’s wie Jazz gespielt ist. Selbst beim Kronos Quartet schüttelt man dieses Bild nicht ab.”
Schon der Klangraum des (streicherfreien) NoTango!-Quartetts ist mit Bedacht und höchster polyphoner Umsicht zusammengestellt. Akkordeonist Stadler kommt aus dem Bereich Klassik / Neue Musik: “Jazz kennt er vom Hören, natürlich, aber er hat das nie studiert. Aber das war mir gerade recht. Ich wollte jemanden mit einem frischen Ohr, der auch andere Einflüsse reinbringt. Er fragt mich heute noch: ‘Ich weiß gar nicht, ob ich das richtig mache. Wie macht man das denn ordentlich?’ - und will Bücher von mir haben. Und ich sage dann: ‘Ich geb Dir keins! Bleib so wie Du bist!”
Bassistin Ulla Oster, eine gute Freundin und Kollegin auch im UWO, steuert als einziges Bandmitglied auch Kompositionen zum Repertoire bei: “Da lass ich auch nicht jeden ran. Entweder muß das ein Gegenpart sein oder es paßt additiv. Ulla schreibt als Bassistin groove-bezogener und das ist eine Seite, die im Quartett auch vorkommen soll. Einfach weil’s Spaß macht. Halt nicht mit Standard-08/15-Themen, sondern mit interessanten Rhythmen!”
Über Schlagzeuger Christoph Hillmann jubelte Fuchs schon im PR-Text zur Platte: “Er ist sowieso mein Lieblings-Schlagzeuger!” Weshalb eigentlich? “Wir haben jetzt mit zwei anderen Schlagzeugern spielen müssen, weil er nicht konnte, und als er wieder da war - das war wie ‘coming home’. Er ist ein Schlagzeuger, der auch melodisch und in Sounds denkt. Er sucht sich sehr gezielt die Mittel aus, mit denen er arbeitet, um ein Stück zu begleiten, ihm noch eine Farbe mehr zu geben. Er kann das kraftvoll tun oder sehr subtil - die Palette, die er anzubieten hat, ist einfach riesig.”

Und so ist NoTango! zwar ein außergewöhnliches, aber immer noch modernes Jazz-Quartett. Im besten Sinne. Mit Saxophonen, solide swingenden Grooves und sensibel interagierenden Improvisatoren.
“Oft ist es ein Widerspruch: Entweder man macht so ‘ne Artsy-fartsy-Sache, nur mit Sounds, ganz feines Zeug. Oder man macht das Handelsübliche. Ich will einfach beides in einer Band haben.”

TOBIAS RICHTSTEIG - JAZZTHETIK (07+08.2008)

Zweimal “No Tango”: einmal der Name eines keineswegs neuen Quartetts, das schon seit 2001 besteht und nun seine erste CD Produktion präsentiert - eben “NoTango!” (...)
(...) Kräftigen, freien Groove verbreiten die vier - erlauben sich höchst qualitätvolle Sologänge, natürlich in erster Linie von Christina Fuchs und Florian Stadler. Bei aller Kraft ist es eine Musik voller Leichtigkeit, die niemals stehen bleibt, vorwärts treibt (...)
(...) Scheinbar nicht enden wollende Geschichten erzählen die vier von den Schönheiten der improvisierten Musik.

HANS-JÜRGEN VON OSTERHAUSEN - JAZZPODIUM (05/2008)

“... Vereinbar bis ins Detail waren auf jeden Fall die Interaktionen des Christina-Fuchs-Quartetts. Die vier verfolgten ein fest umrissenes Koordinatensystem aus notierten Vorgaben, vertrackten Rhythmen und Improvisationen. Selbst letztere erschienen als Teil des Ganzen und nie völlig losgelöst. Speist sich auch die Musik aus bekannten Zugaben, so ist das Ergebnis zweifellos  unverwechselbar.
Respekt.”
                                                                                  
Martin Woltersdorf - Kölner Stadt-Anzeiger (08.11.2003)

“... Odyssey? Wir wissen ziemlich genau, wohin wir wollen! Wie sonst würde sich ein Quartett wie das von Christina Fuchs bewegen, das in Fünfer- und Sechsermetren startet und dem Publikum mit Kompositionstiteln andeutet, es solle auch elf mitzählen? ...”
                                                                                
Michael Rüsenberg - Frankfurter Rundschau (10.11.2003 zum
                                                                                                                                                       Festival “Europe Jazz Odyssey”)

Charmante Jazzerin mit musikalischer Raffinesse

Christina Fuchs lieferte Improvisation, Tango, Drum’n’Bass-Rhythmen und Orientalismen

“Weibliche Bandleader sind im Jazz - sieht man sich in der zeitgenössischen Szene ein wenig um - eine Rarität. Warum eigentlich? Schließlich zeigen die wenigen Damen, die diesen Beruf ausüben, ganz deutlich, welches enorme Potential weibliche Jazzer besitzen. Beispiel: Die Kölnerin Christina Fuchs. Manch einem mag sie als Saxophonistin des Duo ‘KontraSax’ ein Begriff sein.
Afro-amerikanische Wurzeln
Nun gastierte sie zusammen mit ihrem Quartett, bestehend aus Florian Stadler (Akkordeon), Ulla Oster (Kontrabass) und dem Schlagzeuger Christoph Hillmann, in der Bel Étage der Saarbrücker Spielbank. Wie weit die vier den Jazz-Begriff definiert wissen wollen, wurde an diesem Abend bald deutlich, wie hoch ihr musikalischer Anspruch dabei war, ebenso. Der afro-amerikanische Jazz ist nur eine der Traditionslinien, die dem Christina Fuchs Quartett als Basis dienen. Im Konzert trafen jedenfalls ausgeschriebene Arrangements auf freie Improvisationen, vereinte sich Tango mit Drum’n’Bass- Rhythmen und Free-Jazz-Elemente lösten sich in eleganten Orientalismen auf. Nicht nur bei der Auswahl der Saxophone, die Christina Fuchs stets der entsprechenden Stimmung ihrer Kompositionen anzupassen verstand, zeigte die Vierzigjährige ihr musikalisches Gespür. Auch ihr flexibles Spiel, das mal kraftvoll und straight und dann wieder kunstvoll-verschnörkelt daherkam, war auf hohem Niveau. Ebenso wie die charmante Protagonistin, schien auch Kontrabassistin Ulla Oster, aus deren Feder die andere Hälfte der Stücke stammte, eine Vorliebe für asymmetrische Taktarten zu haben. Dies war eine Herausforderung, wie sie die Instrumentalisten geradezu zu suchen schienen und in souveräner Interaktion beeindruckend zu nutzen wußten.
Hommage an ‘Mr.G.’
Bei aller musikalischen Raffinesse kamen jedoch auch die Liebhaber der leisen Töne und sanften Rhythmen nicht zu kurz: so etwa bei Christoph Hillmanns fast schon melodischem Spiel mit der Udu oder Florian Stadlers Soli in ‘Mr.G’-Hommage an den großen Akkordeonisten Richard Galliano.”
                                                                                                            
Saarbrücker Zeitung (04.05.2004)


Zum Seitenanfang

 

[home] [news / program] [bands + artists] [contact + links] [about us]